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KI

Was Spec Ads sind, warum wir freie KI-Kampagnen machen und wie aus einem Satz eine ganze Kampagne ohne Shooting wird. Mit zwei Beispielen und den Grenzen, die du kennen solltest.

Von wild & co.5 Min. LesezeitAktualisiert:
Zwei KI-Bilder einer freien Kampagne nebeneinander: eine Bernsteinflasche Handseife mit dem erfundenen Etikett Velin zwischen schwebender Mandarinenschale und Rosmarin, daneben ein Model im Leinenhemd im warmen Licht.
The short answer

Eine Spec Ad ist eine unbeauftragte Kampagne für eine Marke, die es gibt oder die erfunden ist. Mit KI entsteht sie ohne Shooting: Brief in einem Satz, Bildwelt festlegen, eine Folge von Frames planen, streng auswählen. Echte Logos, Muster und Personen gehören nicht in deine eigene Werbung.

Auf unserem Instagram-Kanal tauchen immer wieder Kampagnen für Marken auf, die uns nie gebucht haben. Eine Handseife in einem Badehaus aus Travertin. Ein Roadtrip durch Paris mit Lederwaren und Roller. Eine Sonnenbrillen-Marke, die am Black Friday flüstert statt schreit. Keine davon hat ein Shooting gebraucht, alle sind mit KI entstanden. In der Kreativszene heissen solche Arbeiten Spec Ads. Hier erfährst du, was dahintersteckt, wie wir dabei vorgehen und wo die Grenzen liegen.

Was ist eine Spec Ad?

Spec steht für «speculative». Eine Spec Ad ist Werbung, die niemand bestellt hat. Kreative zeigen damit, wie sie eine Marke inszenieren würden. Bekannt ist das vor allem aus der Filmbranche: Junge Regisseurinnen und Regisseure drehen Werbespots für Autos, Parfums oder Sneaker, um sich für echte Aufträge zu empfehlen. Früher brauchte es dafür Kamera, Crew und Budget. Mit KI reicht eine klare Idee, viel Geduld und ein gutes Auge.

Wichtig ist die Haltung dahinter: Eine Spec Ad ist eine Studie. Sie behauptet nicht, dass eine Marke sie in Auftrag gegeben hat, und sie macht keine Werbung im Namen der Marke.

Vier laute Black-Friday-Banner neben der Aussage, dass die leise Kampagne gewinnt
Aus unserer freien Kampagne Minuit: Eine Spec Ad darf Regeln brechen, die laute Werbung aufgestellt hat.

Warum wir freie KI-Kampagnen machen

Freie Kampagnen sind für uns Trainingsplatz und Schaufenster zugleich. Wir probieren neue Werkzeuge aus, ohne dass ein Kundenprojekt darunter leidet. Und wir zeigen, wie wir denken, auch für Branchen, in denen wir noch keine Referenz haben.

  • Wir testen Abläufe, bevor sie in ein Kundenprojekt kommen.
  • Wir trainieren Konsistenz: ein Gesicht, ein Produkt, ein Licht über viele Bilder.
  • Wir zeigen Kundinnen und Kunden, was mit KI möglich ist, statt es nur zu beschreiben.
  • Und ehrlich gesagt: Es macht einfach Spass, eine Welt von null an zu bauen.
Sechs KI-Produktbilder des fiktiven Parfums Auvra, vom Teaser bis zur Verpackung
Freie Studien sind unser Trainingsplatz: sechs Bilder für das erfundene Parfum Auvra.
The working edit / 24

Dein KI-Kampagnenplan

Plan deine eigene KI-Kampagne: ein Satz, eine Welt, eine Folge von Bildern.

Deine Notizen bleiben in diesem Tab. Lade sie vor dem Schliessen herunter. Hier wird nichts an uns gesendet.

Beispiel 1: Ein kleines Ritual für eine Handseife

Die Idee entstand mit Blick auf die ruhige Bildsprache von Aesop. Auf unserer Website zeigen wir die Bilder mit einem erfundenen Etikett, «Velin.». Der Brief passte in eine Notiz: eine Handseife in einer Bernsteinflasche, als Ritual statt als Routine. Stimmung: warmer Stein, langsames Licht, Bernsteinglas. Dazu drei Zutaten, die man fast riechen soll: Mandarinenschale, Rosmarin und Zeder.

Daraus wurden zehn Frames mit einer einzigen Flasche. Die Zutaten schweben als Spirale um das Produkt. Ein Badehaus im Miniaturformat, gebaut um die Flasche herum. Wasser, Stein und Schaum für dreissig Sekunden Pause. Ein Model, das die Stimmung trägt, und zum Schluss ein Plakat an der Bushaltestelle, damit man sieht, wie die Kampagne draussen wirkt. Zehn Bilder, eine Flasche, null Shootings.

Beispiel 2: Ein Tag in Paris auf zwei Rädern

Für die zweite Studie haben wir uns eine Kollaboration ausgedacht, die es nicht gibt: Loewe trifft Vespa. Die Kampagne erzählt einen Tag in sieben Stationen, vom Packen um neun Uhr bis zur goldenen Stunde an der Seine. Dazwischen liegen ein Ritt über den Boulevard, Details wie Ledergriffe und ein Schlüsselanhänger, ein Umweg durch die Stadt, ein Schaufenster und ein Plakat an der Hauswand.

Die Farbgeschichte hält alles zusammen: Cognac-Leder, Creme, ein hellblaues Seidentuch und ein Iced Matcha, natürlich. Acht Teile, eine Farbwelt, dasselbe Model in jedem Bild. Genau diese Konsequenz unterscheidet eine Kampagne von einer Sammlung schöner Einzelbilder.

Notizbuch mit dem Ein-Satz-Briefing für die fiktive Kaffeemarke Morning Fold
Ein weiteres Beispiel aus unseren freien Studien: Bei Morning Fold reichte ein Satz als Briefing.

So bauen wir eine KI-Kampagne auf

Ob freie Studie oder Kundenauftrag, der Ablauf ist derselbe. Der Prompt ist dabei nur ein Werkzeug unter vielen.

  • Brief in einem Satz: Was ist das Produkt, und welches Gefühl soll bleiben?
  • Welt festlegen: Licht, Materialien, Farben und Orte, bevor das erste Bild entsteht.
  • Folge planen: Welche Frames erzählen die Geschichte, und in welcher Reihenfolge?
  • Konsequent bleiben: dasselbe Gesicht, dasselbe Produkt, dieselbe Lichtstimmung in jedem Bild.
  • Streng auswählen: Wir verwerfen viel mehr, als wir zeigen, und bearbeiten die Gewinner nach.
  • Formate mitdenken: Feed, Story, Plakat und Website brauchen unterschiedliche Ausschnitte.
Brief: ein Satz, eine Stimmung. Welt und Folge: Licht, Material, Frames. Auswahl: Retusche und Formate.
Der Prompt ist nur ein Schritt. Die Kampagne entsteht im Brief davor und in der Auswahl danach.

Was erlaubt ist und was heikel wird

Wir sind keine Juristinnen, und dieser Abschnitt ersetzt keine Rechtsberatung. Ein paar Grundsätze helfen aber, Ärger zu vermeiden. Eine Marke im Text zu nennen, um eine Inspiration zu beschreiben, ist meist unproblematisch. Heikel wird es, wenn echte Logos, geschützte Muster oder typische Verpackungen in deiner eigenen Werbung auftauchen. Dann lehnst du dich an den Ruf einer fremden Marke an, und das kann markenrechtlich und wettbewerbsrechtlich Folgen haben.

  • Kennzeichne Spec Ads klar als freie, unbeauftragte Studie.
  • Erwecke nie den Eindruck, eine Marke habe dich beauftragt.
  • Zeig keine echten Personen und keine Prominenten.
  • Verwende auf deiner Website erfundene Namen und Etiketten, so wie wir mit «Velin.».
  • Bei Kampagnen mit echten Marken: im Zweifel vorher fachlich abklären lassen.

Deshalb zeigen wir Kampagnen mit echten Logos nur auf Instagram und mit klarem Hinweis. Ins Portfolio kommen ausschliesslich erfundene Marken wie Minuit, Morning Fold oder Pool Theory.

Okay: erfundene Marken, eigene Produkte, Stimmung und Stil. Heikel: echte Logos, Muster und Verpackung, Marke im Titel. Tabu: echte Personen, Auftrag vortäuschen, Prominente.
Eine grobe Orientierung, keine Rechtsberatung. Im Zweifel lässt du eine Kampagne mit echten Marken vorher prüfen.

Was du für deine eigene Marke mitnehmen kannst

Der spannendste Teil kommt, wenn statt einer fremden Marke deine eigene im Mittelpunkt steht. Dann fallen die rechtlichen Fragen rund um fremde Logos weg, und dieselbe Methode arbeitet für dich. Aus einem Packshot wird eine Kampagnenwelt. Eine Idee für den Sale lässt sich testen, bevor etwas gedruckt wird. Und ein KI-Model kann deiner Marke über viele Monate ein wiedererkennbares Gesicht geben.

Welche Details exakt stimmen müssen, klären wir dabei immer vorab: Etikett, Form, Farbe und Material deines Produkts. KI ist schnell, aber sie erfindet gern Dinge dazu. Unsere Aufgabe ist es, genau das zu verhindern. Wie wir KI-Bilder und KI-Videos für deine Marke umsetzen, liest du auf unserer Leistungsseite, mehr Grundlagen findest du im Ratgeber KI-Bilder für Unternehmen.

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