Plane Ziele, Seiten, Texte, Bilder und Funktionen deiner Website. Mit interaktivem Briefing-Check und klaren Fragen für vergleichbare Offerten.

Klär zuerst Zielgruppe, Angebot und nächste Handlung. Sammle dann Inhalte, Zuständigkeiten und technische Anforderungen. Ein gutes Briefing beschreibt Entscheidungen, bevor es über Farben spricht.
Du willst eine neue Website. Die ersten gespeicherten Referenzen sind wunderschön, eine hat eine grosse Animation, eine andere fast keinen Text. Nur: Was braucht dein eigenes Unternehmen? Eine Website kann Eindruck machen und trotzdem die wichtigsten Fragen offenlassen. Deshalb beginnen wir die Planung mit dem Weg deiner Besucherinnen und Besucher. Was möchten sie wissen, bevor sie dir schreiben?
1. Ein Ziel, das sich auf einer Seite zeigen lässt
«Eine modernere Website» beschreibt einen Wunsch, aber noch keine Aufgabe. Präziser wäre: Interessierte sollen unser Beratungsangebot verstehen, den passenden Schwerpunkt finden und ein Erstgespräch anfragen können. Damit werden Seitenstruktur, Texte und Kontaktweg diskutierbar. Unterschiedliche Zielgruppen können unterschiedliche Wege brauchen. Sie müssen nicht alle im ersten Bildschirm um Aufmerksamkeit kämpfen.
Notiere die drei Fragen, die dir neue Kundinnen vor einer Zusammenarbeit am häufigsten stellen. Vielleicht geht es um Ablauf, Eignung und benötigtes Material. Diese Fragen gehören früh in die Planung. Deine interne Abteilungsstruktur ist dafür häufig weniger hilfreich als die Perspektive einer Person, die dein Unternehmen noch nicht kennt.
2. Welche Seiten braucht eine kleine Unternehmenswebsite?
Eine mögliche Ausgangsstruktur umfasst Startseite, Leistungen, ausgewählte Arbeiten, Über uns und Kontakt. Das ist ein Vorschlag zur Diskussion, keine Pflichtausstattung. Ein erklärungsbedürftiges Angebot kann eigene Leistungsseiten brauchen. Ein Blog ist sinnvoll, wenn du relevante Fragen dauerhaft beantworten und die Inhalte pflegen kannst. Er ersetzt keine verständliche Angebotsseite.
Zeichne zunächst eine kleine Seitenkarte. Schreibe neben jede Seite ihre Aufgabe und die nächste Handlung. Wenn zwei Seiten dasselbe erzählen, prüfe, ob eine davon entfallen kann. Wenn eine wichtige Frage nirgends Platz findet, fehlt vielleicht eine Seite oder ein Abschnitt. So wird Navigation zu Orientierung statt zu einer Sammlung hübscher Menüpunkte.
3. Inhalte sammeln, bevor die Platzhalter einziehen
Texte und Bilder bestimmen, wie ein Layout funktionieren muss. Ein Satz über dein Angebot, drei konkrete Leistungsbeschreibungen und ein nachvollziehbarer Ablauf sind deshalb wertvoller als zwanzig Screenshots anderer Websites. Halte fest, welche Inhalte existieren, welche überarbeitet werden müssen und wer fehlendes Material liefert.
- Texte: Angebot, Zielgruppe, Nutzen, Ablauf und Kontaktweg in verständlichen Worten.
- Bilder: vorhandene Originale, geplante Motive, Nutzungsrechte und geeignete Ausschnitte.
- Vertrauen: freigegebene Arbeiten, belegbare Aufgaben und echte Rückmeldungen mit Erlaubnis.
- Pflege: verantwortliche Person für Inhalte, Anfragen, Aktualisierungen und Zugänge.
Ein konkretes Beispiel: Für eine Teamseite reicht «Wir machen noch Fotos» als Planung kaum aus. Du brauchst Motive, einen Termin, verfügbare Personen und eine Entscheidung über Hoch- und Querformate. Erst damit können Aufnahme und Layout zusammenpassen. Bilder später irgendwo hineinzudrücken kostet oft mehr Zeit als die gemeinsame Vorbereitung.
4. Funktionen: was muss wirklich passieren?
Schreibe für jede Funktion auf, welche Handlung sie ermöglicht. «Kontaktformular» könnte bedeuten, dass eine Nachricht sicher zugestellt werden muss. «Buchung» kann eine Terminwahl, Zahlung oder Bestätigung erfordern. Das sind unterschiedliche Abläufe. Kläre auch, wer eingegangene Anfragen bearbeitet und woran Besucher erkennen, dass etwas geklappt hat.
Nutze den Briefing-Check unten als Arbeitsblatt. Hake nur ab, was du konkret beantworten kannst. Die Anzeige zeigt den Bearbeitungsstand deiner Angaben, keine Bewertung der Websitequalität. Lade offene Punkte herunter und ergänze sie im Team. Der Check sendet keine Anfrage und speichert deine Antworten nicht auf einem Server.
Dein Website-Briefing
5. SEO schon in der Struktur mitdenken
Ordne jeder wichtigen Seite eine konkrete Suchabsicht zu. Eine Leistungsseite beantwortet die Frage nach einem passenden Anbieter. Ein Ratgeber kann erklären, wie man das Projekt vorbereitet. Überschriften sollten diese Aufgabe verständlich machen. Ein poetischer Einstieg darf bleiben, braucht aber einen klaren Kontext. Die Website soll auch für Menschen verständlich sein, die direkt auf einer Unterseite landen.
Für Deutsch und Englisch planst du eigenständige, vollständig lesbare Sprachseiten und verknüpfst sie. Nur Navigation und Buttons zu übersetzen reicht nicht. Vor einem Relaunch gehört zudem eine Liste der bestehenden Adressen ins Briefing. Bereits verlinkte Seiten sollten auf inhaltlich passende neue Ziele führen. Rankings entstehen daraus nicht automatisch, aber unnötige Umwege lassen sich so vermeiden.

6. Gestaltung, Bewegung und mobile Nutzung
Animation darf Zusammenhänge zeigen, eine Reihenfolge erklären oder einer Marke Charakter geben. Eine endlose Bewegung neben einem langen Lesetext kann hingegen Aufmerksamkeit wegnehmen. Besprich, welcher Moment Bewegung braucht, und plane eine ruhige Alternative für reduzierte Bewegung. Auf dem Handy müssen Inhalte und Aktionen auch mit wenig Platz funktionieren.
Prüfe den Entwurf mit einer Aufgabe: Finde das passende Angebot und stelle eine Anfrage. Funktioniert das mit Tastatur und auf einem schmalen Bildschirm? Sind Texte lesbar und Rückmeldungen verständlich? Werden Bilder in passenden Grössen geladen? Ein beeindruckender Einstieg ist nur ein Teil der Website. Der restliche Weg verdient dieselbe Sorgfalt.
7. Offerten anhand desselben Briefings vergleichen
Kläre, ob Konzeption, Texte, Übersetzungen, Bilder, Entwicklung, Weiterleitungen und Einweisung enthalten sind. Notiere zusätzlich Hosting, Wartung, Lizenzen und spätere Pflege. Frage nach Zuständigkeiten und Abnahmekriterien. So vergleichst du konkrete Leistungen und erkennst, was nach dem Start bei dir bleibt.
Du musst vor dem Erstgespräch nicht jede Antwort haben. Es hilft schon, Entscheidungen und offene Fragen auseinanderzuhalten. Bring deine Seitenkarte, vorhandene Inhalte und den heruntergeladenen Check mit. Dann können wir gemeinsam prüfen, was deine Website wirklich braucht – und wo die gute Idee noch etwas Platz zum Wachsen hat.

